Baumrinden-Monitoring der Pestizid-Belastung über die Luft: Eine toxikologische Bewertung

Im Auftrag des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. hat der Umwelttoxikologe Dr. Peter Clausing einen Bericht erarbeitet, in dem er die 15 der in der Baumrindenstudie 2019 am häufigsten nachgewiesenen Wirkstoffe in Hinblick auf ihre Bedeutung für die menschliche Gesundheit näher betrachtet. Dabei handelt es sich um Boscalid, Clomazon, Diflufenican, Epoxiconazol, Ethofumesat, Flufenacet, Glyphosat, Metalaxyl, Metazachlor, Pendimethalin, Prosulfocarb, Prothioconazol, S-Metolachlor, Tebuconazol, Terbuthylazin. Nach den Kriterien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gelten 13 jener Wirkstoffe offiziell als nicht flüchtig. Clausing kommt zu dem Befund, dass die Berücksichtigung einer Exposition des Menschen über die Atemluft ungenügend ist. Als wichtigste Problempunkte zählen dabei ein eventuell unterschiedlicher Metabolismus (Abbau im Körper) der Pestizide, wenn sie über die Lunge in den Körper gelangen, die ungenügende Berücksichtigung einer Mehrfachbelastung des Organismus durch verschiedene Pestizide sowie die kombinierte Wirkung durch das gleiche Pestizid bei parallelem Eintritt in den Körper durch den Magen-Darm-Trakt und die Lunge. Zudem kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die amtliche Bewertung der Krebsgefahr – einer kritischen Stoffeigenschaft – bei sieben von 13 der am häufigsten in den Baumrindenproben gefundenen Wirkstoffe als ungenügend konstatiert werden muss. Dr. Clausing: »Dass die Behörden regelmäßig ihre eigenen Bewertungskriterien falsch anwenden oder außer Acht lassen und dadurch zu einer verharmlosenden Krebsbewertung kommen, ist inakzeptabel. Es zeigt sich, dass das Behördenversagen bei der Krebsbewertung von Glyphosat kein Einzelfall war.«

Zum Download des Berichts klicken Sie hier: Tox-Bewertung Peter Clausing 02